Schulstart mit 657 neuen Lehrerinnen und Lehrern

Mecklenburg-Vorpommern hat bis zum Beginn des neuen Schuljahres 657 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt. Insgesamt arbeiten an den öffentlichen Schulen 11.510 Lehrkräfte. Mit den Lehrkräften an freien Schulen sind es 13.430 Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. 

„Noch nie wurden in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Schultag so viele neue Lehrkräfte eingestellt wie in diesem Jahr. Mit den Neueinstellungen können wir die Kontingentstundentafel, die notwendige Unterrichtsversorgung, an unseren Schulen absichern“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin. „Das ist eine sehr gute Nachricht. Unsere enormen Anstrengungen der vergangenen Jahre, um den Fachkräftebedarf an unseren Schulen zu sichern, zahlen sich aus. Sie sind auch weiterhin notwendig, denn Lehrkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt deutschlandweit hart umkämpft. Auch andere Bundesländer müssen viele freie Lehrerstellen besetzen. Ich freue mich über alle Lehrkräfte, die sich für eine Schule bei uns im Land entschieden haben und wünsche ihnen einen guten Start“, so Martin. 

Lehrkräftebedarf zum neuen Schuljahr ermittelt 

Im Frühjahr hatte das Land einen Lehrkräftebedarf von 505 Stellen prognostiziert, die besetzt werden mussten, um den Unterricht abzusichern. Der Bedarf hatte sich im Verlauf der Monate durch gestiegene Schülerzahlen, zusätzlich eingerichtete Klassen u.a. aufgrund von Corona-bedingten freiwilligen Rückstellungen, Schwangerschaften bei Lehrkräften, Pflegefälle von Angehörigen oder Todesfällen auf rund 600 Stellen erhöht. Darüber hinaus waren noch weitere Stellen ausgeschrieben, die zur Verfügung stehen, um insgesamt die Personalausstattung an den Schulen zu verbessern. Hierzu zählen beispielsweise Stellen für eine bessere Ausgestaltung des Ganztagsangebotes und Vertretungskräfte. Die Besetzungsverfahren für diese 142 Stellen laufen noch. Selbstverständlich stellt das Land das ganze Jahr über neue Lehrerinnen und Lehrer ein. Offene Stellen werden im Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern unter www.Lehrer-in-MV.de ausgeschrieben. Derzeit sind das 34. 

Höherer Anteil grundständig ausgebildeter Lehrkräfte an Neueinstellungen

Der Anteil der grundständig ausgebildeten Lehrkräfte an den Neueinstellungen ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren angestiegen. Während im vergangenen Jahr noch mehr als 30 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger waren, ist die Quote der Lehrkräfte im Seiteneinstieg in diesem Jahr um ein Drittel auf 20 Prozent gesunken.

Land bildet eigenen Nachwuchs aus

 Im April 2021 gab es insgesamt 836 Referendarinnen und Referendare in den Schulen in MV. Das waren so viele wie noch nie in der Geschichte des Landes. 188 Referendarinnen und Referendare haben Ende Juli 2021 ihren Vorbereitungsdienst erfolgreich beendet. 168 von ihnen sind unbefristet in den Schuldienst übernommen worden. „Diese hohe Übernahmequote ist hoch erfreulich. Sie ist das Ergebnis der Veränderung des Einstellungsverfahrens. Mein Dank geht an die Lehrerpersonalvertretungen, dass es uns nach intensiven Verhandlungen gemeinsam gelungen ist, dass Referendare an unseren Schulen eine Übernahmegarantie erhalten, wenn sie ihre Ausbildung erfolgreich ablegen. Nicht alle Dinge, die wir verbessern können, kosten Geld. Wir eröffnen den angehenden Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zum nahtlosen Einstieg in den Beruf. Komplizierte Bewerbungsverfahren fallen somit weg und Schulen können die jungen Nachwuchskräfte an ihren Schulen halten“, sagte Ministerin Martin.  

Mit Beginn des Schuljahres haben 95 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen begonnen. Die nächsten Referendare beginnen dann im Oktober ihren Vorbereitungsdienst.

Lehrerberuf attraktiver gestaltet

Die Landesregierung hat in den vergangenen Monaten und Jahren einen bildungspolitischen Schwerpunkt daraufgelegt, den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten und die Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Zu den Investitionen zählt vor allem das 200-Millionen-Euro-Schulpaket. Mit den bereits erfolgten Verbesserungen der Lehrerbildung an den Hochschulen und der Schaffung neuer Studienkapazitäten ist das Ziel gesetzt, dass mehr Lehramtsstudierende ihr Studium in MV erfolgreich abschließen und dann als gut ausgebildete Fachkräfte den Schulen zur Verfügung stehen.

200-Millionen-Euro-Schulpaket aufgelegt

Beispiele:

  • Seit dem 1. August 2020 verdienen Grundschullehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern genauso viel wie ihre Kolleginnen und Kollegen an anderen Schularten. Grundschullehrkräfte sind in die A13/E13 eingruppiert. Das ist nicht in allen Ländern so und stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorteil dar. 
  • Die Einstellungsverfahren können zügiger umgesetzt werden, weil wir die Zahl der Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter, die in den Staatlichen Schulämtern für diese Verfahren zuständig sind, erhöht haben. 
  • Seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 können Lehrerinnen und Lehrer, die das 63. Lebensjahr vollendet haben, neben den bereits bestehenden Anrechnungsstunden (eine Stunde ab 57 Jahren, eine weitere Stunde ab 60 Jahren) insgesamt bis zu vier Anrechnungsstunden pro Woche erhalten. 
  • Lehrkräftein der gymnasialen Oberstufe werden weiter entlastet. Auch sie können weitere Anrechnungsstunden pro Woche erhalten. Über die Verteilung entscheidet im Einzelfall die jeweilige Schule. 
  • An großen beruflichen Schulen und sogenannten „Brennpunktschulen“ werden zukünftig Verwaltungskräfte beschäftigt, um Schulleitungen und Lehrkräfte zu entlasten. Die Einstellungsverfahren laufen. 
  • Das Land hat das Gesundheitsmanagement für Lehrkräfte ausgebaut. Zusätzliche Stellen für Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen stehen zur Verfügung. 
  • Die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften wurde personell verstärkt – insbesondere im Bereich der Seiteneinsteiger-Qualifizierung. 
  • An Regionalen Schulen werden zukünftig multiprofessionelle eingesetzt, die neben pädagogischen Herausforderungen Unterstützung bei Angelegenheiten der Jugendhilfe bieten und Krisenmanagement leisten können. 

Lehrerbildung an den Hochschulen verbessert 

  • Seit dem Wintersemester 2020/2021 bildet Mecklenburg-Vorpommern mehr Grundschullehrkräfte aus. An der Universität Greifswald ging zum Wintersemester 2020/2021 der innovative und praxisnahe Lehramtsstudiengang Grundschule an den Start. Mit 225 Studienplätzen stehen an der Universität Greifswald und an der Universität Rostock insgesamt mehr als doppelt so viele Studienplätze wie früher zur Verfügung. 
  • An der Universität Rostock und der Hochschule Neubrandenburg stehen insgesamt zusätzliche 40 Studienanfängerinnenplätze und Studienanfängerplätze für das Lehramt an beruflichen Schulen zur Verfügung. Damit werden auch hier die Ausbildungskapazitäten erhöht. 
  • Angehende Lehrerinnen und Lehrer haben jetzt bessere Möglichkeiten, sich mit den Vorzügen einer Schule im ländlichen Raum vertraut zu machen. Für Praktika und schulpraktischen Übungen während des Studiums können sie Fahrtkostenzuschüsse beantragen. Für die Zuschüsse stehen bis zum Jahr 2030 jährlich 200.000 Euro zur Verfügung. 
  • Wir haben umgehend nach der Vorlage der ersten Studie „Studienerfolg und -misserfolg im Lehramtsstudium“ ein „Sofortprogramm Lehrerbildung“ im Umfang von jährlich rund einer Mio. Euro aufgelegt. Dabei geht es um Maßnahmen zur Verbesserung der Eignungsabklärung, um Maßnahmen zur Verbesserung des Berufsfeldbezugs und um Maßnahmen zur Verringerung der Prüfungslast. 
  • Personen mit ausländischer Lehrerqualifikation soll darüber hinaus der Weg in den schulischen Alltag in Mecklenburg-Vorpommern geebnet werden. Ein Fokus liegt hier bei Lehrkräften in europäischen Ländern und insbesondere beim Nachbarland Polen. 

Auch zukünftig Fokus auf Lehrkräftebedarf: „Bildungspakt Gute Schule 2030“ geschlossen 

Mit dem Bildungspakt gehen Landesregierung, Lehrergewerkschaften und -verbände zukünftig bei der Lehrkräftegewinnung neue Wege. Gemeinsam ergreifen sie alle notwendigen Maßnahmen, ausreichend Lehrkräfte für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zu finden, zu halten und auszubilden. Die Partnerinnen und Partner des Bildungspaktes haben eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für die kommenden Jahre verabredet.

Im Kern der Vereinbarung geht es darum, den Arbeits- und Ausbildungsplatz „Schule“ in Mecklenburg-Vorpommern so attraktiv wie möglich zu gestalten. Ziel ist es, dass mehr Lehrkräfte länger und gesund im Schuldienst verbleiben. Angehende Lehrkräfte sollen nach Möglichkeit ihre Ausbildung im Land absolvieren und ihren Weg hürdenlos in Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen können.

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