Stralsund. Vor dem Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf dem Gelände der Volkswerft hat das Stralsunder Friedensbündnis am Dienstag mit einer Mahnwache auf seine Forderungen nach einer friedlichen und zivilen Wirtschaftsentwicklung aufmerksam gemacht.
Während der IHK-Empfang unter dem Motto „Zukunft wählen. Mit KI und Engagement gemeinsam Wirtschaft gestalten“ im Inneren des Werftgeländes stattfand, positionierten sich die Teilnehmer der Mahnwache vor dem Eingang. Sie kritisierten die aus ihrer Sicht zunehmende Nutzung ziviler Produktionskapazitäten für militärische Zwecke und warben für Investitionen in Infrastruktur, Bildung und erneuerbare Energien.
Nach Angaben des Friedensbündnisses brauche es „stabile Brücken, funktionierende Schulen und eine saubere Energiegewinnung – nicht immer mehr Militärtechnik“. Die Milliardeninvestitionen in den Rüstungsbereich sollten stattdessen in nachhaltige und zukunftsfähige Projekte fließen.


Vor Ort kam es auch zu unterschiedlichen Reaktionen von Gästen des IHK-Empfangs. Während sich ein Besucher nach Angaben des Bündnisses solidarisch mit den Demonstrierenden zeigte, widersprach ein anderer Teilnehmer den Forderungen und verwies auf die Bedeutung von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie.
Darauf entgegneten die Demonstrierenden mit der Frage, warum öffentliche Investitionen nicht stärker in die Schaffung neuer Arbeitsplätze in zivilen Wirtschaftsbereichen fließen.
Mit der Aktion wollte das Stralsunder Friedensbündnis nach eigenen Angaben die öffentliche Diskussion über die zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung der Region anstoßen. Die Initiative kündigte an, das Thema auch künftig öffentlich begleiten zu wollen.