Im Greifswalder Bodden ist am Donnerstagmorgen ein toter Wal entdeckt worden. Eine Mitarbeiterin des Deutschen Meeresmuseums bestätigte inzwischen den Tod des Tieres. Einsatzkräfte sichern den Kadaver, der anschließend wissenschaftlich untersucht werden soll. Nach Angaben von Umweltminister Dr. Till Backhaus handelt es sich um einen Buckelwal – bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wurde damit ein totes Tier dieser Art in der Ostsee festgestellt.
Toter Buckelwal im Greifswalder Bodden gemeldet
Die Meldung über den leblosen Wal ging nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt am Donnerstag, 13. August 2026, um 8:16 Uhr bei der Wasserschutzpolizei ein.
Das Tier trieb zu diesem Zeitpunkt im Greifswalder Bodden. Eine Mitarbeiterin des Deutschen Meeresmuseums stellte anschließend den Tod des Wals fest.
Seit der Sichtung sind die Wasserschutzpolizei und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Der tote Wal stellt eine Gefahrenstelle für den Schiffsverkehr dar. Die Einsatzkräfte sollen deshalb den Bereich sichern und die Sicherheit des Schiffsverkehrs gewährleisten.
Deutsches Meeresmuseum soll den Wal untersuchen
Der Kadaver soll nun wissenschaftlich untersucht werden. Das Deutsche Meeresmuseum hat laut Umweltministerium seine Bereitschaft erklärt, das tote Tier zu untersuchen.
Von der Sektion erhoffen sich die Fachleute Erkenntnisse darüber, woran der Buckelwal gestorben ist. Gleichzeitig soll die Untersuchung möglicherweise Hinweise darauf liefern, warum sich die eigentlich nicht in der Ostsee heimischen Tiere immer wieder in diese Gewässer verirren.
Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigte sich betroffen über den Fund.
„Dennoch betrübt es mich, dass wir nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee feststellen müssen, diesmal direkt in den Hoheitsgewässern des Landes“, erklärte der Minister.
Zweiter toter Buckelwal innerhalb eines Jahres
Nach Einschätzung des Umweltministers könnte die Entwicklung auch mit der Population der Buckelwale im Atlantik zusammenhängen. Es gebe Hinweise darauf, dass sich deren Bestand in den vergangenen Jahren gut erholt habe.
Eine größere Population könnte jedoch gleichzeitig dazu führen, dass sich mehr einzelne Tiere in die Ostsee verirren.
Die Ostsee ist für Buckelwale kein typischer Lebensraum. Backhaus bezeichnete sie in diesem Zusammenhang als ein für die Tiere nicht geeignetes und teilweise sogar lebensfeindliches Umfeld.
Sektion soll Hinweise zur Todesursache liefern
Welche Ursache zum Tod des aktuellen Tieres geführt hat, steht bislang nicht fest. Genau darüber soll die geplante wissenschaftliche Untersuchung Aufschluss geben.
Auch die Frage, weshalb Buckelwale überhaupt in die Ostsee einschwimmen, beschäftigt die Fachleute. Die Erkenntnisse aus der Untersuchung könnten deshalb über den konkreten Fall hinaus von Bedeutung sein.
Backhaus hofft darauf, mehr über die Tierart und das Verhalten solcher „Irrläufer“ zu erfahren. Langfristig könnten die Erkenntnisse möglicherweise dazu beitragen, vergleichbare Ereignisse besser zu verstehen oder ihnen entgegenzuwirken.
Wann und wo die Untersuchung des Kadavers stattfinden wird und wann erste Ergebnisse zur Todesursache vorliegen könnten, geht aus der Mitteilung des Ministeriums zunächst nicht hervor.
Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern
Bild: KI generiert