Eine in Stralsund aufgebaute Forschungskompetenz soll künftig dabei helfen, verdächtige Drohnenbewegungen in Mecklenburg-Vorpommern schneller zu erkennen. Das Innenministerium und das Institut für sichere mobile Kommunikation an der Hochschule Stralsund starten ein nach Angaben des Landes bundesweit einmaliges Projekt. Ziel ist ein großflächiges Echtzeit-Lagebild für die Landespolizei. Regierungsportal M-V
Damit übernimmt Stralsund eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuer Technik für die Sicherheitsbehörden des Landes. Das Institut für sichere mobile Kommunikation (ISMK), ein An-Institut der Hochschule Stralsund, bringt seine in den vergangenen Jahren aufgebauten Kompetenzen bei Drohnentechnologie in das gemeinsame Forschungsprojekt mit dem Innenministerium ein.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die für Sicherheitsbehörden zunehmend relevant wird: Wie lassen sich einzelne Drohnensichtungen und Sensordaten so miteinander verbinden, dass die Polizei möglichst schnell erkennen kann, was tatsächlich im Luftraum geschieht?
Dazu soll ein großflächiges Drohnen-Lagebild entstehen. Daten verschiedener, miteinander vernetzter Sensoren sollen zusammengeführt und in einem Echtzeit-Lagebild für die Landespolizei dargestellt werden. Regierungsportal M-V
Stralsunder Forschung soll den Schritt in die Polizeipraxis schaffen
Das Projekt beschränkt sich nicht auf die Entwicklung und Erprobung der Technik. Untersucht werden soll ausdrücklich auch, wie das System anschließend in die Einsatzpraxis der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern überführt werden kann. Regierungsportal M-V
Besondere Bedeutung hat das Lagebild beim Schutz kritischer Infrastrukturen. Dazu zählen nach Angaben des Innenministeriums unter anderem Häfen, Energieanlagen und militärische Liegenschaften. Regierungsportal M-V
Prof. Dr. Andreas Noack, Leiter des ISMK an der Hochschule Stralsund, verweist auf die bereits vorhandene Expertise am Standort. In den vergangenen Jahren seien im Land und an der Hochschule starke Kompetenzen für die praxisnahe Erforschung von Drohnentechnologie entstanden. Hinzu kämen qualifiziertes Personal und eine gewachsene Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden.
Gerade diese Verbindung soll dabei helfen, Forschungsergebnisse nicht nur im Labor zu erproben, sondern in die praktische Arbeit der Polizei zu übertragen.

Technik für das Lagebild bereits einsatzbereit
Die Sensorik für das Projekt kommt von der Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation. Nach Angaben ihres Geschäftsführers Prof. Dr. Björn Rupp ist die eingesetzte Technologie bereits erprobt und einsatzbereit.
Das Forschungsprojekt kann damit auf bestehender Technik aufbauen und sich unter anderem mit der Vernetzung der Sensoren, der Zusammenführung der gewonnenen Informationen und deren Nutzung durch die Sicherheitsbehörden beschäftigen.
Innenminister Christian Pegel erklärte zum Projekt, einzelne Drohnensichtungen lediglich zu melden und ihnen anschließend nachzugehen, reiche angesichts der aktuellen Entwicklung nicht mehr aus. Ziel sei es, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und damit schnellere Entscheidungen zu ermöglichen. Regierungsportal M-V
Forschungs-Know-how aus Stralsund für die Sicherheit im Land
Für Stralsund bedeutet das Vorhaben, dass vor Ort entwickelte und aufgebaute Kompetenzen unmittelbar in ein landesweites Sicherheitsprojekt einfließen.
Das Innenministerium bezeichnet das gemeinsame Vorhaben mit der Hochschule als bundesweit bislang einmalig. Bereits bei der Ankündigung des Projekts wurde als Ziel formuliert, ein belastbares großflächiges Lagebild aufzubauen und dessen Transfer in die praktische Polizeiarbeit zu untersuchen. Regierungsportal M-V
Damit wird Stralsund nicht zum Standort einer neuen polizeilichen Überwachungszentrale – eine solche Aussage enthält die Mitteilung nicht. Die zentrale Rolle der Hansestadt liegt vielmehr in der Forschung und technologischen Entwicklung durch das ISMK an der Hochschule Stralsund.
Quelle: Hochschule Stralsund / Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern, Stand 1./2. Oktober 2026