Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet seit Ende 2024 deutlich sinkende Zugänge von Geflüchteten. Aktuelle Auswertungen des EASY-Systems sowie des Saldo-Zuzugs zeigen für das Jahr 2025 einen anhaltenden Rückgang im Bereich Asyl und Flucht. Innenminister Christian Pegel spricht von einer spürbaren Entspannung für Land und Kommunen – warnt jedoch zugleich vor verfrühter Entwarnung.
Deutlich weniger Zugänge im Asyl- und Fluchtbereich
Zum Ende der 52. Kalenderwoche 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 2.076 Zugänge von Geflüchteten registriert. Damit liegen die Zahlen klar unter denen der Vorjahre. Bereits im zweiten Halbjahr 2024 hatte sich ein rückläufiger Trend abgezeichnet, der sich 2025 weiter verfestigt hat.
Im Vergleich:
- 2021: 2.835 Zugänge
- 2023: 6.024 Zugänge
- 2024: 3.947 Zugänge
- 2025: 2.076 Zugänge
Damit erreicht das Land im Jahr 2025 nur noch rund drei Viertel des Niveaus von 2021 und etwa ein Drittel der Zugangszahlen von 2023.
Innenminister Christian Pegel erklärt dazu:
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die Lage in Mecklenburg-Vorpommern spürbar entspannt hat. Wir liegen deutlich unter den hohen Belastungen der Jahre 2023 und 2024.“
Rückgang der Asylerstanträge bestätigt BAMF-Daten
Auch die Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bestätigen diese Entwicklung. Die Zahl der Asylerstanträge ist seit 2023 kontinuierlich gesunken:
- 2023: 6.154 Asylerstanträge
- 2024: 4.788 Asylerstanträge
- 2025: 2.312 Asylerstanträge (01.01.–31.12.)
Damit hat sich die Zahl der Anträge innerhalb von zwei Jahren mehr als halbiert. Laut Pegel zeigen insbesondere die seit Ende 2023 eingeführten Grenzkontrollen Wirkung – auch im Nordosten Deutschlands.
Entlastung der Kommunen durch geringere Verteilungen
Ein wesentlicher Effekt der rückläufigen Zugangszahlen ist die spürbare Entlastung der Kommunen. Die Zahl der Personen, die aus den landeseigenen Erstaufnahmeeinrichtungen auf Städte und Landkreise verteilt wurden, ist stark gesunken:
- 2023: 6.417 Personen
- 2024: 4.040 Personen
- 2025: 1.915 Personen
Zum Vergleich: 2021 lag dieser Wert bei 2.535 Personen.
Parallel dazu hat sich die Auslastung der Gemeinschaftsunterkünfte deutlich reduziert. Während sie 2022 noch über 81 Prozent betrug, liegt sie 2025 bei rund 59,4 Prozent – sogar unter dem Niveau von 2021.
Die Landesregierung hatte die Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen Nostorf-Horst und Stern-Buchholz gezielt ausgebaut. Dadurch konnten Zuweisungen in kommunale Unterkünfte erst nach zwölf Wochen erfolgen, was den Kommunen mehr Planungssicherheit verschafft.
Saldo-Zuzug nähert sich dem Niveau von 2021
Auch der sogenannte Saldo-Zuzug – also die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen – bestätigt den Entspannungstrend. Für 2025 liegt er bislang bei 2.974 Personen. Zum Vergleich:
- 2021: 2.815
- 2023: 8.478
- 2024: 5.263
Selbst unter Berücksichtigung der Aufnahme ukrainischer Kriegsvertriebener bewegt sich Mecklenburg-Vorpommern damit wieder in einer Größenordnung, die als handhabbar gilt.
Aufnahme ukrainischer Geflüchteter bleibt zentrale Aufgabe
Unverändert bleibt die Verantwortung für die Aufnahme von ukrainischen Kriegsvertriebenen infolge des russischen Angriffskrieges. Deren Zahl ist in Mecklenburg-Vorpommern langsamer gestiegen als in den Vorjahren – von rund 22.000 Ende 2022 auf etwa 28.600 Personen Ende 2025.
Innenminister Pegel betont:
„Die Aufnahme von Menschen aus der Ukraine bleibt eine humanitäre Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig zeigt sich, dass Fluchtbewegungen sehr unterschiedlich verlaufen und differenziert betrachtet werden müssen.“
Weniger laufende Asylverfahren
Ein weiterer positiver Effekt: Die Zahl der laufenden Asylverfahren ist deutlich gesunken. Während sich 2023 noch 8.663 Menschen in einem laufenden Verfahren befanden, waren es 2025 nur noch 3.790 Personen. Die Zahl der ausreisepflichtigen Personen bleibt hingegen auf dem Niveau der Vorjahre, unter anderem aufgrund bestehender Duldungen.
Fazit: Entspannung ja – Entwarnung nein
Die aktuellen Zahlen geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Für viele Kommunen bedeutet die Entwicklung eine dringend benötigte Atempause. Gleichzeitig macht das Innenministerium deutlich, dass die Situation weiterhin aufmerksam beobachtet wird.
Das erklärte Ziel bleibt ein geordnetes, humanes und zugleich konsequentes Migrationsmanagement. Dazu gehören schnellere Verfahren, verlässliche Rückführungen und eine faire Lastenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.