Wolgast/Stralsund. Eine Reihe dramatischer Ereignisse in der Nacht zum Dienstag (9. Dezember 2025) hält die Kriminalpolizei in Atem. Nach einem gewaltsamen Überfall in einer Wohnung in Wolgast endete die Flucht von mutmaßlichen Tätern mit einem schweren Verkehrsunfall in Stralsund. Zwei junge Männer befinden sich in Polizeigewahrsam.

Gewaltsames Eindringen in Wolgast

Der Vorfall in Wolgast begann gegen 00:15 Uhr, als Anwohner eines Mehrfamilienhauses in der Diesterwegstraße die Polizei alarmierten. Mehrere, teilweise vermummte Täter hatten sich gewaltsam Zutritt zum Wohnhaus und anschließend zu einer Wohnung verschafft.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei wollten offenbar vier Täter in zwei Wohnungen eindringen. In einem Fall gelang es ihnen, gewaltsam in die Wohnung zu gelangen. Dort kam es zu einer kurzen körperlichen Auseinandersetzung mit den Bewohnern (42 und 19 Jahre alt). Unter Vorhalt eines waffenähnlichen Gegenstandes erbeuteten die Täter ein Mobiltelefon und flüchteten anschließend. Die beiden Bewohner wurden leicht verletzt. Trotz sofortiger und umfangreicher Fahndungsmaßnahmen in Wolgast konnten die Flüchtigen zunächst nicht gestellt werden.

Verfolgungsjagd endet mit Crash am Tribseer Damm

Noch während die Beamten in Wolgast Spuren sicherten, kam es gegen 02:00 Uhr in Stralsund zu einer spektakulären Verfolgungsfahrt. Auf der Rostocker Chaussee wollten Polizeibeamte einen Pkw Ford wegen auffälliger Fahrweise kontrollieren. Der Fahrer entzog sich der Kontrolle jedoch und raste mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Tribseer Damm.

Die Flucht endete abrupt: Das Fahrzeug überfuhr eine Verkehrsinsel, kam von der Fahrbahn ab und kollidierte zunächst mit einer Laterne und schließlich auf dem Tribseer Damm mit einer Hauswand.

Der 19-jährige Fahrer flüchtete zu Fuß vom Unfallort, konnte aber kurz darauf im Nahbereich vorläufig festgenommen werden. Sein 18-jähriger Beifahrer wurde im zerstörten Fahrzeug angetroffen und ebenfalls in Gewahrsam genommen. Beide Insassen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Sachschaden am Pkw und den öffentlichen Einrichtungen wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt.

Verdacht auf Schweren Raub und zahlreiche Verstöße

Die anschließenden Ermittlungen ergaben ein erschreckendes Bild:

  • Der 19-jährige Fahrer stand unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.
  • Er besaß keine gültige Fahrerlaubnis.
  • Der Pkw war nicht zugelassen, die Kennzeichen waren gestohlen.
  • Im Rahmen der Durchsuchung des Pkw konnten unter anderem Vermummungsgegenstände sowie Schreckschusswaffen aufgefunden werden.

Zudem beleidigten und bedrohten die beiden Beschuldigten die Beamten während der gesamten polizeilichen Maßnahmen.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun zunächst wegen zahlreicher Delikte, darunter Gefährdung des Straßenverkehrs, verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Bedrohung und Beleidigung.

Verbindung zum Wolgaster Raub

Der entscheidende Durchbruch gelang den Ermittlern, als sich der Verdacht erhärtete, dass die beiden Festgenommenen zwei der vier Tatverdächtigen aus dem Wolgaster Raub sein könnten. Die im Pkw aufgefundenen Gegenstände könnten beim gewaltsamen Eindringen in die Wolgaster Wohnung verwendet worden sein.

Die Kriminalpolizei hat daher zusätzliche Ermittlungen wegen schweren Raubes, Diebstahls, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung gegen die beiden 19- und 18-Jährigen aufgenommen.

Beide Beschuldigten, die deutsche Staatsangehörige sind, befinden sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

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Sundblick Nachrichten

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