Polizei ermittelt nach mutmaßlichem Fake-Anruf in Stralsund

VonDaniel Siedenstrang

2. Oktober 2026

Ein nächtlicher Anruf hat in Stralsund einen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein bislang unbekannter Mann meldete einen angeblichen Streit und einen Schuss in einer Wohnung. Vor Ort fanden die Beamten jedoch keine Hinweise auf die geschilderte Situation. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen.

In der Nacht zu Freitag, 2. Oktober 2026, ging gegen 00:30 Uhr ein Anruf beim Polizeihauptrevier Stralsund ein. Der Anrufer gab sich nach Polizeiangaben als Nachbar aus und berichtete von einem Streit zwischen zwei Personen in einer Wohnung. Außerdem behauptete er, einen Schuss gehört zu haben.

Als die Polizeibeamten mehrfach nach weiteren Einzelheiten und der Herkunft der verwendeten Telefonnummer fragten, beendete der Mann das Gespräch. Ein Rückruf war anschließend nicht möglich.

Polizei überprüft angegebene Straße

Die Beamten gingen der Meldung nach und überprüften die vom Anrufer genannte Straße. Hinweise auf einen Streit, einen Schuss oder eine tatsächliche Gefahrenlage fanden sie nach Angaben der Polizei nicht.

Für die Ermittler ist der Fall offenbar nicht der erste dieser Art: Bereits in den vergangenen Wochen habe es einen ähnlichen Anruf beim Polizeihauptrevier Stralsund gegeben. Die Kriminalpolizei prüft nun, ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht.

Ermittelt wird wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen. Wer hinter den Anrufen steckt, ist bislang nicht bekannt.

Polizei warnt vor erfundenen Notfällen

Die Polizei weist darauf hin, dass erfundene Meldungen unnötige Einsatzmaßnahmen auslösen und Einsatzkräfte binden können, die möglicherweise an anderer Stelle benötigt werden.

Gleichzeitig betont die Polizei, dass Menschen bei einer tatsächlich beobachteten Straftat oder akuten Gefahr weiterhin ohne Zögern die 110 wählen sollten. Möglichst konkrete Angaben zum Ort und zur Situation helfen den Einsatzkräften bei der Einschätzung.

Quelle: Polizeipräsidium Neubrandenburg, 2. Oktober 2026

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