In Stralsund formiert sich deutlicher Widerstand gegen die geplante Schließung des Schulteils für Erziehungshilfe der Förderschule Ernst von Haselberg. Eine am 6. Februar 2026 gestartete Petition fordert den Erhalt dieses Schulstandortes, der seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der sonderpädagogischen Bildungslandschaft in der Region ist. Initiatorin der Petition ist Jaqueline Lessing aus Stralsund.
Klare Forderungen an Politik und Schulträger
Die Petition richtet sich an das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern, den Landkreis Vorpommern-Rügen sowie die Schulträgerschaft der Hansestadt Stralsund. Konkret werden drei Kernpunkte gefordert:
- der Erhalt des Schulteils für Erziehungshilfe am derzeitigen Standort,
- eine wohnortnahe Beschulung für Kinder mit besonders stark ausgeprägter emotional-sozialer Entwicklungsstörung (esE),
- echte Wahlfreiheit für Eltern bei der sonderpädagogischen Beschulung ihrer Kinder.
Ein geschützter Lernort für besonders vulnerable Kinder
Der Schulteil für Erziehungshilfe bietet Schülerinnen und Schülern mit hohem Förderbedarf einen geschützten Rahmen, den sie im Regelschulsystem häufig nicht finden. Der Unterricht erfolgt in kleinen Lerngruppen und wird von speziell ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt. Eltern berichten, dass ihre Kinder hier erstmals Sicherheit, Akzeptanz und individuelle Förderung erfahren konnten – Voraussetzungen, die für eine positive Entwicklung entscheidend sind.
Viele dieser Kinder haben zuvor an Regelschulen Ausgrenzung, Überforderung oder soziale Konflikte erlebt. Der Schulteil der „Ernst von Haselberg“-Schule fungiert für sie als stabiler Lern- und Lebensraum, in dem emotionale und soziale Entwicklung ebenso im Fokus steht wie schulische Bildung.
Sorge vor gravierenden Folgen einer Schließung
Nach Angaben der Petition soll der Schulteil entgegen früherer Erwartungen zum Ende des Schuljahres 2025/2026 geschlossen werden. Die Eltern wurden darüber erst kürzlich informiert. Die Folgen wären aus ihrer Sicht gravierend:
- Der Wegfall der Wahlfreiheit bei der Beschulungsform.
- Unzumutbare Fahrtstrecken zu vergleichbaren Angeboten – teilweise über 100 Kilometer pro Strecke.
- Negative Auswirkungen auf Kinder mit esE, auf Lehrkräfte ohne entsprechende Ausbildung sowie auf die allgemeine Schülerschaft durch Überforderung und gestörte Lernatmosphäre.
Breite Unterstützung aus der Region
Innerhalb kurzer Zeit haben bereits mehrere hundert Menschen die Petition unterzeichnet. Unterstützerinnen und Unterstützer kommen nicht nur aus Stralsund, sondern auch aus dem gesamten Schulamtsbereich Greifswald und darüber hinaus. In den Kommentaren wird immer wieder betont, wie wichtig Teilhabe, wohnortnahe Förderung und der Erhalt bewährter Bildungsangebote sind.
Die Sammlung läuft noch bis zum 5. August 2026. Ziel ist es, genügend Unterschriften zu sammeln, um den politischen Entscheidern die Bedeutung dieses Schulstandortes deutlich zu machen.
„Gebt unseren Kindern eine Stimme“
Mit ihrer Petition appelliert Initiatorin Jaqueline Lessing an die Öffentlichkeit: Der Schulteil für Erziehungshilfe sei ein sicherer Hafen für Kinder, die im Bildungssystem ohnehin vor großen Herausforderungen stehen. Sein Erhalt sei nicht nur eine Frage der Schulstruktur, sondern eine Frage von Verantwortung, Inklusion und Zukunftschancen.
Die Petition kann online unterzeichnet werden. Jede Stimme zählt: Hier klicken
Wir brauchen sie
Die Förderschule muss unbedingt erhalten bleiben,es gibt genug Kinder die auf solche Förderschulen angewiesen sind.
Die Schule muss bleiben, es gibt Kinder die darauf angewiesen sind.
Die kinder und ihre eltern brauchen diese Schulen. Die Kids gehen unter in anderen Schulen und all das ist es nicht wert noch gut für sie. Lasst bitte diese schule die kinder brauchen dieses Umfeld von lernen so wie kleinere Klassen. Lasst auch diese kinder endlich kinder sein und geb ihnen das gefühl das sie willkommen sind und auch angekommen sind. Lg danke