Nachdem in Stralsund auf dem Gelände des Maritimen Industrie- und Gewerbeparks Volkswerft die neue Elektro-Autofähre für die Hansestadt Lübeck per Schiffslift zu Wasser gelassen worden ist, erfolgte jetzt die Überführung der Doppelendfähre in die Hansestadt Lübeck. Das moderne Schiff wurde von der Ostseestaal GmbH & Co. KG und der Tochterfirma Ampereship im Auftrag der Stadtwerke Lübeck Mobil GmbH gebaut. In der großen Volkswerft-Schiffbauhalle war die Fähre auf Kiel gelegt worden. Sie wird künftig den Lübecker Stadtteil Travemünde mit der ebenfalls zur Hansestadt gehörenden Halbinsel Priwall verbinden.

„Die Priwall-Fähre markiert einen weiteren Meilenstein in der Fertigung von Elektro-Solar-Schiffen für die Binnenschifffahrt bei Ostseestaal und Ampereship“, betont Philipp Peuß, Marketing Manager bei Ostseestaal und Ampereship. „Im Firmenverbund entsteht zum zweiten Mal eine elektrogetriebene Fähre, die neben Fahrgästen auch Fahrzeuge transportieren wird. Sie stellt für uns das bisher größte Projekt dieser Art dar.“ Der 37 Meter lange und 13,5 Meter breite Neubau kann für die 240 Meter lange Überfahrt über die Trave bis zu 300 Personen sowie 15 Fahrräder und 18 Pkw bzw. 12 Pkw plus zwei Lkw an Bord nehmen.

In Konstruktion und Schiffsbetrieb hat sich die Priwall-Fähre als ein sehr komplexes und anspruchsvolles Schiffbauprojekt erwiesen. „Für einen komplett emissionsfreien Antrieb der aus Stahl gefertigten Fähre sind bewusst unterschiedliche Optionen wie Wasserstoff oder Batterievollelektrik offengehalten worden“, betont Ingo Schillinger, verantwortlicher Business Unit Manager bei Ampereship. „Die Entscheidung, welche der Antriebsarten zukünftig genutzt werden soll, ist noch offen.“ Das neue Schiff kann im Nachgang aber mit minimalem Aufwand umgestellt werden. Vorerst benötigt es noch einen sogenannten Range Extender in Form eines Dieselgenerators, um die Reichweite zu verlängern. Dennoch wird die Fähre schon in der ersten Phase des Einsatzes auf der Trave täglich über 50 Prozent vollelektrisch und in dieser Zeit komplett emissionsfrei fahren können.“

Angetrieben von zwei 260-kW-Voith-Elektroaggregaten wird die Autofähre täglich bis zu 24 Stunden auf der Trave im Einsatz sein, verdeutlicht Manager Ingo Schillinger die besondere schiffbau- und ingenieurtechnische Herausforderung. Das Schiff verkehrt mit einer Dienstgeschwindigkeit von 6 km/h. Möglich sind maximal 14 km/h.

Die Priwall-Autofähre ist inzwischen das 17. Elektro-Solar-Schiff, das im Verbund von Ostseestaal und Ampereship gebaut wurde.

Daten & Fakten zur Priwall-Fähre

Länge: 37,00 Meter
Breite: 13,50 Meter
Dienstgeschwindigkeit: 6 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 14 km/h
Anzahl Fahrgäste: 300
Anzahl Fahrzeuge: 18 Pkw bzw. 12 Pkw plus 2 Lkw (je 45 t)
Anzahl Fahrräder: 15
Solarmodule: ca. 8 kWp
Batteriekapazität: 768 kWh
Antrieb: 2 x 260 kW Voith-Elektro-Antriebe
CO2 Einsparung:

1. Schritt ca. 159.000 kg CO2/Jahr

2.Schritt ca. 490.250 kg CO2/Jahr

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