Die künftige Ausstellung auf der GORCH FOCK I nimmt weiter Gestalt an. Die Hansestadt Stralsund hat jetzt das Museumskonzept für das traditionsreiche Segelschulschiff ausgeschrieben und ruft gleichzeitig zur Unterstützung aus der Bevölkerung auf.
Ziel ist es, das mehr als 90 Jahre alte Schiff künftig mit einer lebendigen und authentischen Ausstellung zu füllen. Besucherinnen und Besucher sollen dabei einen umfassenden Einblick in das Leben und die Ausbildung an Bord eines Segelschulschiffes erhalten – damals wie heute.
Ein besonderes Zeugnis dieser Geschichte stammt von Bernhard Vogel. Der ehemalige Marinesoldat dokumentierte seine Zeit auf der GORCH FOCK I Ende der 1930er Jahre ausführlich in einem persönlichen Logbuch. Darin beschreibt er seinen Alltag als sogenannter Signalgast, die Ausbildung an Bord, Manöver, Landausflüge und den Umgang mit Flaggen- und Lichtsignalen. Ergänzt werden die Aufzeichnungen durch Zeichnungen, Skizzen und Postkarten.
Auch persönliche Gegenstände wie sein Matrosenhemd, die Uniformjacke und Fotografien wurden der Hansestadt von seiner Tochter Katrin Herrmann als Dauerleihgabe überlassen. Diese Stücke sollen künftig Teil der Ausstellung auf dem Schiff werden.
Die geplante Ausstellung soll sich an Erwachsene, Kinder, maritime Interessierte sowie internationale Gäste richten. Präsentiert werden die Inhalte unter anderem an Deck, unter Deck sowie im Bereich der sogenannten Back – dem Aufbau auf dem Vorschiff.
Nach Abschluss der Ausschreibung soll das Museumskonzept ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden. Der Ausbau erfolgt direkt an der Stralsunder Hafenkante an der Ballastkiste.
Für die Ausstellung sucht die Hansestadt nun weitere originale Exponate und Erinnerungsstücke rund um die Geschichte der GORCH FOCK I und die Ausbildung auf dem Segelschulschiff. Wer über passende Gegenstände verfügt, kann sich an das Amt für Wirtschaft und Tourismus wenden.
Bereits nach dem Erwerb des Schiffes wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Die Hansestadt sicherte die Schwimmfähigkeit der GORCH FOCK I und erneuerte Takelage sowie Brandschutz. Dafür wurden rund 10,5 Millionen Euro investiert. Weitere 13,5 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm „KulturInvest“ sind für den weiteren Ausbau vorgesehen.


