Verein berichtet über Kündigung der BoddenKlause, verschlossenen Projektgarten und mutmaßlichen Einbruch – Fördergelder und ehrenamtliches Engagement stehen nach eigenen Angaben auf dem Spiel.
Andershof. Der Konflikt zwischen dem Verein Jugendarbeit Andershof e.V. und dem Kleingartenverein „Am Bodden“ spitzt sich weiter zu. Nach Angaben des Vereins steht inzwischen nicht nur die Zukunft der BoddenKlause, sondern auch eines umfangreichen Kinder- und Jugendprojekts auf dem Spiel. Hinzu kommt ein mutmaßlicher Einbruch in den Projektgarten, der die Situation weiter verschärft.
Ein Ort der Begegnung für alle Generationen
Die Verantwortlichen betonen, dass die Jugendarbeit Andershof weit mehr als ein klassischer Verein sei. Seit rund einem Jahr sei mit großem ehrenamtlichem Engagement ein generationsübergreifender Treffpunkt entstanden.
Zum Angebot gehören unter anderem Kinder- und Jugendprojekte, Frauenkreise, Frauensportgruppen, Workshops, Flohmärkte, Weihnachtsmärkte, Faschingsveranstaltungen sowie zahlreiche Freizeit- und Begegnungsangebote für Menschen aller Altersgruppen.
Parallel dazu habe der Verein den Standort kontinuierlich weiterentwickelt. Nach eigenen Angaben wurden Bad und Flur renoviert, Außenanlagen gestaltet und Planungen für einen barrierefreien Umbau erstellt. Finanziert worden sei dies durch Eigenmittel, Fördergelder, Spenden und zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden.
Auch für ältere Menschen sollte die BoddenKlause langfristig ein fester Treffpunkt werden.
Mietverhältnis der BoddenKlause gekündigt
Nach Angaben des Vereins wurde das Mietverhältnis der BoddenKlause gekündigt.
Wichtig sei jedoch die Unterscheidung, dass für den Projektgarten selbst keine Kündigung ausgesprochen wurde. Dennoch sei den Vereinsmitgliedern zunächst der Zugang zum Garten verwehrt worden. Nach Darstellung des Vereins wurden neue Schlösser angebracht und das Gelände verschlossen.
Die Verantwortlichen kritisieren dieses Vorgehen deutlich. Sie vertreten die Auffassung, dass die rechtliche Situation noch nicht abschließend geklärt sei und geprüft werden müsse.
Verein meldet Einbruch in den Projektgarten
Für zusätzliche Bestürzung sorgte nach Angaben des Vereins ein weiterer Vorfall am vergangenen Wochenende.
Demnach sei in den Projektgarten eingebrochen worden. Nach Darstellung des Vereins wurden ein Schlüsselsafe zerstört, das Gelände unbefugt betreten sowie Schlösser am Gartentor und an der Gartenlaube entfernt. Der Verein hat nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet.
In einer öffentlichen Stellungnahme heißt es:
„Was uns am meisten trifft, ist nicht der Schaden. Es ist die Wut, die Zerstörung und die Respektlosigkeit gegenüber einem Ort, der für so viele Kinder und Familien da ist.“
Fördergelder und Sponsoren gefährdet
Nach Darstellung des Vereins könnten durch die aktuelle Entwicklung erhebliche Fördergelder und Sponsorenzusagen verloren gehen.
Genannt werden unter anderem rund 50.000 Euro Fördermittel des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS), weitere Fördermittel der NUE-Stiftung und des Landkreises Vorpommern-Rügen sowie Sponsorenzusagen – unter anderem für eine Photovoltaikanlage und weitere Projekte.
Der Verein erklärt zudem, ursprünglich vom Kleingartenverein selbst angesprochen worden zu sein, die BoddenKlause gemeinsam mit Leben zu füllen und dort einen offenen Begegnungsort aufzubauen.
„Kinder statt Kündigung“
Unter diesem Motto macht der Verein inzwischen öffentlich auf seine Situation aufmerksam. Nach eigenen Angaben wünsche man sich, dass möglichst viele Menschen einen Einblick in die geleistete Arbeit erhalten.
Ziel sei es weiterhin, die BoddenKlause als offenen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren zu erhalten und das Angebot künftig weiter auszubauen.
In einer aktuellen Stellungnahme schreibt der Verein:
„Wir setzen weiterhin auf Dialog statt auf Hass. Auf Zusammenhalt statt auf Zerstörung. Und wir glauben fest daran, dass das Gute stärker ist.“
Stellungnahme des Kleingartenvereins steht noch aus
Sundblick berichtet über den aktuellen Sachstand auf Grundlage der öffentlichen Stellungnahmen sowie der Angaben des Vereins Jugendarbeit Andershof e.V.
Eine Stellungnahme des Kleingartenvereins „Am Bodden“ liegt der Redaktion derzeit nicht vor. Sundblick bietet dem Kleingartenverein ausdrücklich die Möglichkeit, seine Sicht der Ereignisse darzustellen. Nach Eingang einer Stellungnahme werden wir diese selbstverständlich ebenfalls veröffentlichen.
Hinweis der Redaktion: Bei den im Artikel geschilderten Vorwürfen handelt es sich um die Darstellung des Vereins Jugendarbeit Andershof e.V. Eine unabhängige rechtliche Bewertung oder gerichtliche Entscheidung liegt derzeit nicht vor. Bis zur Klärung des Sachverhalts gilt die Unschuldsvermutung.