Stralsund. Krokusse, Hyazinthen, Tulpen, Narzissen und Prärie-Lilien – die kleinen braunen Zwiebeln purzeln derzeit in Windeseile in den Stralsunder Boden. Auf der Katharinenbastion und der Mittelinsel zwischen den Weißen Brücken wurde in dieser Woche ein wahrhaftiges Pflanzenwunder vollbracht, das Stralsund im kommenden Frühjahr in ein Meer aus Blüten tauchen wird.
Mithilfe einer speziellen, aus den Niederlanden stammenden Blumenzwiebelpflanzmaschine, wurden rund 45.000 Zwiebeln in die Erde gebracht. Am Steuer saß der Niederländer Theo de Vries, der mit beeindruckendem Augenmaß schnurgerade Linien auf der Bastion und weite Bögen um die Bänke auf der Mittelinsel zog.
⏱️ Zeiteffizienz und Gleichmäßigkeit
Das tempo- und arbeitssparende Verfahren ist ein großer Gewinn für die Hansestadt. „Per Hand hätte das ‚grüne Team‘ der stadtwirtschaftlichen Dienste dafür wohl länger als eine Woche gebraucht“, schätzt Abteilungsleiter Balász Fazekas. Er blickt zufrieden auf die Arbeit der Maschine: „Außerdem pflanzt die Maschine gleichmäßiger.“
🐝 Ein Fest für Auge und Insekt
Doch die Pflanzaktion dient nicht nur der Verschönerung. „Wir pflanzen für’s Auge und die Insekten!“, erklärt der Abteilungsleiter. Die sorgfältig ausgewählte Pollenmischung blüht von Februar bis Mai und sichert damit den ersten Bienen und Hummeln nach dem Winter eine wichtige Nahrungsquelle. Die Frühblüher leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur städtischen Biodiversität.
📈 Kontinuierlicher Einsatz
Die moderne Blumenzwiebelpflanzmaschine ist in Stralsund keine Unbekannte. Bereits in den vergangenen Jahren war sie an der Sundpromenade und auf Wiesen in Knieper West im Einsatz. Durch die jetzige Pflanzaktion steigt die Zahl der zusätzlichen Frühblüher in Stralsund auf stolze 56.000 Stück – denn seit Jahresbeginn wurden bereits über 11.000 Zwiebeln per Hand gesteckt.
Die Stralsunderinnen und Stralsunder können sich im kommenden Frühjahr von der guten Arbeit der Pflanzmaschine überzeugen – einer Maschine, die ihren Dienst übrigens auch bei Hofe in den königlichen Niederlanden tut.