Warnstreik am Donnerstag, 15. Januar 2026 – massive Einschränkungen im Regionalverkehr erwartet
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat für Donnerstag, den 15. Januar 2026, zu einem Warnstreik im Bahnverkehr in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen mit der Regio Infra Nord-Ost (RIN). Nach vier Verhandlungsrunden liegt aus Sicht der Gewerkschaft weiterhin kein akzeptables Gesamtangebot des Arbeitgebers vor.
Der Warnstreik soll von 7:00 Uhr bis 9:30 Uhr stattfinden und wird voraussichtlich spürbare Auswirkungen auf den Regional- und Schülerverkehr sowie den Güterverkehr haben.
Welche Bahnverbindungen sind vom Streik betroffen?
Nach Angaben der EVG betrifft der Warnstreik alle Standorte der Regio Infra Nord-Ost (RIN). Fahrgäste müssen sich insbesondere auf Einschränkungen einstellen bei:
- dem Regionalverkehr der Deutschen Bahn (DB)
- Verbindungen der ODEG
- dem Schülerverkehr
- dem Güterverkehr
Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende sollten sich frühzeitig über alternative Verbindungen informieren und mehr Zeit einplanen.
Größter Streikposten in Meyenburg
Der zentrale Streikposten wird sich am Betriebshof Meyenburg befinden:
Birkenweg 16, 16945 Meyenburg
Dort stehen auch Ansprechpartner für Presseanfragen und Statements zur Verfügung. Medienvertreter werden gebeten, sich vorab per E-Mail anzumelden:
📧 benjamin.koester@evg-online.org
EVG kritisiert Arbeitgeber scharf
Die EVG erhebt deutliche Vorwürfe gegen die Geschäftsführung der Regio Infra Nord-Ost. EVG-Sprecher erklärt:
„RIN-Geschäftsführer Ralf Böhme nimmt die berechtigten Anliegen seiner Beschäftigten nicht ernst. Die Gegenangebote des Arbeitgebers ignorieren wiederholt zentrale Forderungen. Ein Wille zur Einigung ist nicht erkennbar. So funktioniert eine Verhandlung auf Augenhöhe aber nicht. Und deswegen braucht der Arbeitgeber jetzt ein deutliches Signal, damit er endlich versteht, wie ernst es seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist.“
Hintergrund: Darum geht es im Tarifkonflikt
In den laufenden Tarifverhandlungen fordert die EVG unter anderem:
- 5 Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten
- 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung
- Anpassungen bei Schicht- und Bereitschaftszulagen
- eine moderate Veränderung des Nachtarbeitszeitraums
- die Wiedereinsetzung des Fonds soziale Sicherung, der verschiedene Sozialleistungen für Gewerkschaftsmitglieder bündelt
Dieser Fonds war zuvor arbeitgeberseitig gekündigt worden. Laut EVG lehnt die RIN eine Wiedereinführung grundsätzlich ab.
Nach mehreren ergebnislosen Gesprächen hatte die EVG die Verhandlungen bereits unterbrochen. Schon vor Weihnachten wurde der Arbeitgeber letztmalig zu einem konstruktiven Angebot aufgefordert, das Wertschätzung gegenüber den eigenen Beschäftigten ausdrückt – ohne Erfolg.
Ausblick: Weitere Streiks möglich
Mit dem Warnstreik am 15. Januar 2026 erhöht die EVG den Druck auf die Regio Infra Nord-Ost. Sollte es weiterhin zu keiner Annäherung in den Tarifverhandlungen kommen, sind weitere Arbeitskampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen.
Fahrgäste in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern müssen sich daher möglicherweise auch in den kommenden Wochen auf weitere Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen.