Elke Simls Arbeit verhandelt die Einladung als gesellschaftliche und poetische Geste: die Einladung zu einem Mahl, sowie das Teilen von Sprache. Der Text an der Wand schafft so einen imaginären sozialen Raum. Die Objekte verweigern jedoch ihre Nutzung. Die hauchdünnen Porzellanteller erinnern an gemeinsame Mahlzeiten – und daran, wie leicht Gemeinschaft scheitern kann.
In Schillers Erzählung Fuchs und Kranich entscheidet das Gefäß darüber, wer essen darf und wer ausgeschlossen bleibt. Auch beim letzten Abendmahl wird das Teilen von Brot und Wein zum zentralen Zeichen von Nähe und dem Verlust von Vertrauen. Die Einladung ist kein Versprechen, sondern ein Angebot, dessen Annahme aktive Deutung verlangt.