Eigentlich wollten sie nur gemeinsam ins neue Jahr feiern, doch für eine Gruppe junger Leute in Stralsund endete die Silvesternacht nicht auf der Tanzfläche, sondern bei einer Polizeikontrolle am Knieperwall. Was als „Partybus“ geplant war, entpuppte sich als gefährliches Unterfangen mit juristischem Nachspiel.
Der Verdacht: Alkohol? Nein, pure Überfüllung!
Kurz vor Mitternacht – genau um 23:45 Uhr – stoppten Beamte des Polizeihauptreviers Stralsund einen Mercedes Sprinter. Ein aufmerksamer Zeuge hatte die Polizei alarmiert, da die Fahrweise des 19-Jährigen am Steuer auffällig wirkte. Der Verdacht: Alkohol am Steuer.
Doch bei der Kontrolle folgte die Überraschung: Der Fahrer war mit 0,0 Promille absolut nüchtern. Das Problem versteckte sich stattdessen hinter dem Fahrersitz.
13 Personen auf der Ladefläche – ohne Gurt und Bodenhaftung
Während vorne ordnungsgemäß drei Personen saßen, staunten die Beamten beim Blick in den Laderaum nicht schlecht. Dort befanden sich 13 weitere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Ohne Sitze, ohne Sicherheitsgurte und völlig ungesichert wurden sie durch die Hansestadt chauffiert.
Das bittere Ende: Anzeigen statt Anstoßen
Für den 19-jährigen Fahrer und den 21-jährigen Fahrzeughalter (der sich übrigens selbst im Laderaum befand) hatte die Aktion schwere Konsequenzen:
- Fahren ohne Fahrerlaubnis: Mit einem normalen Pkw-Führerschein darf man keine 16 Personen transportieren.
- Anzeige gegen den Halter: Auch wer zulässt, dass sein Fahrzeug ohne gültige Fahrerlaubnis geführt wird, macht sich strafbar.
„Prosit Neujahr“ unter Blaulicht
Da die Aufnahme der Personalien und die Übergabe der Minderjährigen an ihre Eltern Zeit in Anspruch nahmen, geschah das Unvermeidliche: Der Jahreswechsel fand direkt vor Ort bei der polizeilichen Maßnahme statt. Statt Sektkorken knallen zu lassen, hieß es für die Gruppe: Endstation Knieperwall. Die Weiterfahrt wurde natürlich untersagt.
Ein wichtiger Hinweis der Redaktion: Auch wenn die Vorstellung eines gemeinsamen „Partybus“ verlockend klingt: Der Transport von Personen auf Ladeflächen ist lebensgefährlich. Schon bei einer leichten Bremsung werden ungesicherte Personen zu Geschossen. Nutzt in Stralsund lieber die offiziellen Nachtbusse, Taxis oder bildet legale Fahrgemeinschaften.
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