Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf einen großflächigen Protesttag vor. Am Donnerstag, den 8. Januar 2026, planen Landwirte und Unterstützer aus dem Mittelstand landesweite Aktionen, die den Verkehr erheblich beeinträchtigen werden. Das Bildungsministerium hat unterdessen klare Regeln für den Schulbetrieb erlassen.
Unter dem Motto „Zu viel ist zu viel!“ rufen Organisationen wie der Verein „Land schafft Verbindung“ (LsV) und die „Freien Bauern“ zu dezentralen Demonstrationen auf. Der Schwerpunkt der Aktionen liegt nach aktuellem Stand auf den Autobahnauffahrten im gesamten Land.
Blockaden an Autobahnen und Bundesstraßen
Ab etwa 07:00 Uhr morgens ist an fast allen 62 Autobahnauffahrten in Mecklenburg-Vorpommern mit Blockaden durch Traktoren und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zu rechnen. Betroffen sind insbesondere die Achsen A14, A19, A20 und A24. Ziel der Demonstrierenden ist es, ein deutliches Zeichen gegen die aktuelle Agrarpolitik, die geplante Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens sowie steigende Produktionskosten und CO₂-Abgaben zu setzen.
Das Innenministerium konnte in Vorgesprächen erreichen, dass die Versammlungen zunächst auf den Zeitraum von 07:00 bis 17:00 Uhr begrenzt bleiben sollen. Dennoch warnt die Polizei vor massiven Einschränkungen im Berufs- und Lieferverkehr. Pendler werden gebeten, mehr Zeit einzuplanen oder auf die Schiene auszuweichen.
Regelungen für den Schul- und Unterrichtsbetrieb
Trotz der angekündigten Blockaden hat das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung festgelegt, dass der Schulbetrieb grundsätzlich aufrechterhalten wird. Um Sicherheit und Planbarkeit für Familien zu gewährleisten, gelten folgende Sonderregelungen:
- Unterricht findet statt: Die Schulen sichern für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen den Unterricht sowie die Betreuung ab. Die Organisation liegt in der Verantwortung der jeweiligen Schulleitungen.
- Abmeldung bei Fahrtproblemen: Sollten Schülerinnen und Schüler aufgrund der Verkehrsbehinderungen keine Möglichkeit haben, sicher zur Schule zu gelangen, müssen sie von den Erziehungsberechtigten telefonisch oder per E-Mail abgemeldet werden. Volljährige Lernende können dies selbstständig tun.
- Fehlen gilt als entschuldigt: Wer aufgrund der Proteste nicht am Unterricht teilnehmen kann und ordnungsgemäß abgemeldet wurde, gilt für diesen Tag als entschuldigt.
Die Behörden empfehlen Eltern, sich am Vorabend über die lokale Verkehrslage zu informieren und im Zweifel rechtzeitig Kontakt mit der Schule aufzunehmen. Es wird erwartet, dass sich die Lage nach Ende der angemeldeten Versammlungen am späten Nachmittag wieder normalisiert.