Arbeitslosigkeit in Vorpommern-Rügen steigt saisonbedingt – bleibt aber unter 11.000 Personen

VonDaniel Siedenstrang

12. Januar 2026

Vorpommern-Rügen. Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Vorpommern-Rügen ist im Dezember 2025 saisonbedingt angestiegen, blieb jedoch unter der Marke von 11.000 Personen. Aktuell sind 10.909 Männer und Frauen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 788 Personen mehr als im November, wie die Agentur für Arbeit Stralsund in ihrer aktuellen Presseinformation mitteilt.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Anstieg jedoch moderater aus. Zum Jahreswechsel 2024/2025 hatte sich die Zahl der Arbeitslosen um 935 Personen erhöht und die Marke von 11.000 überschritten.

Arbeitslosenquote sinkt leicht im Jahresvergleich

Trotz des saisonalen Anstiegs zeigt sich der Arbeitsmarkt im Jahresvergleich stabil. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 9,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Damals lag sie noch bei 9,8 Prozent.

Für Thorsten Nappe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist dies ein positives Signal:
„Der aktuelle Vorjahresvergleich zeigt zwar keine gewaltigen Unterschiede, aber angesichts der aktuellen Diskussionen in der Wirtschaft sollten wir den Fokus auch auf positive Meldungen vom Arbeitsmarkt richten.“

Saisonale Effekte prägen den Arbeitsmarkt

Dass die Arbeitslosigkeit in Vorpommern-Rügen zum Jahresende ansteigt, ist laut Arbeitsmarktexperten keine Überraschung. Als größte Tourismusregion Mecklenburg-Vorpommerns verzeichnet der Landkreis zum Jahreswechsel regelmäßig die stärksten saisonalen Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen.

Im Vergleich zu den Nachbarregionen fiel der Anstieg in Vorpommern-Rügen besonders deutlich aus. Während die Mecklenburgische Seenplatte einen Zuwachs von 270 Personen (2,4 Prozent) und Vorpommern-Greifswald von 397 Personen (3,9 Prozent) meldete, lag der Anstieg im Landkreis Vorpommern-Rügen nahezu doppelt so hoch.

Insel Rügen besonders betroffen

Hauptgrund für die saisonalen Schwankungen sind die tourismusnahen Berufe. Besonders deutlich zeigt sich dies auf der Insel Rügen. In der Agenturgeschäftsstelle Bergen auf Rügen sind aktuell 3.101 Personen arbeitslos gemeldet – ein Plus von 434 Personen bzw. 16,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg innerhalb eines Monats von 8,1 auf 9,5 Prozent.

Auch in der zweiten touristisch geprägten Region, der Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten (Fischland-Darß-Zingst bis Recknitztal), nahm die Arbeitslosigkeit zu. Hier sind derzeit 2.202 Menschen ohne Job, das sind 177 mehr als im November. Die Quote stieg von 7,9 auf 8,6 Prozent.

Weitere Regionen mit moderatem Anstieg

In den weniger tourismusabhängigen Regionen fiel der Anstieg moderater aus. In der Agenturgeschäftsstelle Grimmen sind aktuell 1.607 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 84 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg von 9,4 auf 9,9 Prozent.

In der Hansestadt Stralsund erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 83 Personen auf 3.504 Betroffene. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg von 12,0 auf 12,3 Prozent.

Ausblick: Höchststand im Januar erwartet

Agenturchef Thorsten Nappe rechnet in den kommenden Wochen mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit:
„Den stärksten Zuwachs erwarten wir erst im Januar. Im Dezember waren viele Hotel- und Gastronomiebetriebe noch gut ausgelastet. Mit dem Rückgang des Wintertourismus steigt die Beschäftigungslosigkeit traditionell auf ihren Höchststand im Jahresverlauf.“

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