Stralsund. Nach vier Jahren Bauzeit ist die umfassende Sanierung von „Haus 24“ am Krankenhaus West abgeschlossen. Das Gebäude der Erwachsenenpsychiatrie am Helios Hanseklinikum Stralsund wurde für mehr als 13 Millionen Euro modernisiert. 11,5 Millionen Euro davon wurden durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.
Mit der Fertigstellung ist ein wichtiger Abschnitt des langfristigen Psychiatriekonzeptes am Standort abgeschlossen. Mehr als 40 Firmen und Planer waren an dem anspruchsvollen Sanierungsprojekt beteiligt. Eine besondere Herausforderung war dabei die Verbindung moderner medizinischer Anforderungen mit der denkmalgeschützten historischen Bausubstanz.
Neue Räume für mehrere psychiatrische Angebote
In das sanierte Haus 24 werden künftig die Psychiatrische Tagesklinik und Institutsambulanz für Gerontopsychiatrie sowie die Station 54 für Menschen mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen einziehen. Hinzu kommen Büroflächen und neue, helle Therapieräume.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese bezeichnete die Investition bei der Eröffnung als klares Zeichen für die Bedeutung der psychiatrischen Versorgung in der Region. Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen müssten auf eine moderne, leistungsfähige und menschliche Versorgung vertrauen können.
Auch Klinikgeschäftsführer Michael Kabiersch sieht in der Sanierung ein Bekenntnis zu einer hochwertigen Versorgung seelischer Erkrankungen in Vorpommern. Die neuen Räumlichkeiten sollen sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für die Beschäftigten zeitgemäße Bedingungen schaffen.
Ganz abgeschlossen ist der Umzug allerdings noch nicht. In den kommenden Wochen stehen Restarbeiten und die Verlagerung der einzelnen Bereiche an. Die ersten Patientinnen und Patienten sollen im vierten Quartal 2026 im sanierten Haus behandelt werden.
Psychiatrie soll weiterentwickelt werden
Chefärztin Priv.-Doz. Dr. med. Deborah Janowitz hebt insbesondere die hellen und großzügigen Räumlichkeiten hervor. Sie sollen neue Möglichkeiten bieten, medizinische und therapeutische Angebote weiterzuentwickeln.
Gerade in der Gerontopsychiatrie sowie bei Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen spiele die Umgebung eine wichtige Rolle für moderne Behandlungskonzepte. Zwischen Station und Tagesklinik entstehen zudem neue Synergien. Beide Bereiche sind über einen verglasten Verbindungsgang miteinander verbunden.

Haben das neue Psychiatrie-Gebäude mit symbolischer Schlüsselübergabe eingeweiht (v.l.): 1. Stv. des Oberbürgermeisters, Heino Tanschus, Klinikchef Michael Kabiersch, Gesundheitsministerin Stefanie Drese, Psychiatrie-Chefärztin Dr. Deborah Janowitz, Psychiatrie-Pflegedirektorin Anja Busch-Tredup, Landrat Dr. Stefan Kerth, Ärztlicher Direktor Prof. Matthias Birth
Historisches Gebäude umfassend modernisiert
Bis 2016 war in Haus 24 die Altersmedizin untergebracht. Anschließend zog diese gemeinsam mit der Onkologie in das Krankenhaus am Sund um.
Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes war technisch umfangreich. Rund 30 Kilometer Kabel und Datenleitungen, 450 Steckdosen und 580 Lampen wurden installiert. Dazu kamen etwa 4,5 Kilometer Leitungen für Heizung, Sanitär und Lüftung.
Die Dimension der Arbeiten zeigt sich auch beim Rückbau: 188 Tonnen Bauschutt und 600 Tonnen Bodenaushub fielen während der Sanierung an.
Die Modernisierung ist Bestandteil eines bereits 2016 entwickelten Psychiatriekonzeptes. Mit Haus 24 ist nun der erste große Bauabschnitt dieses langfristigen Vorhabens nahezu abgeschlossen.
Stralsund gehört neben Rostock und Schwerin zu den drei großen Psychiatrie-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern.
Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern / Helios Hanseklinikum Stralsund